Dienstag, 11. November 2014

lachgas

offene frage vom 6.11.: wie gefährlich ist lachgas für das klima?

laut wikipedia trägt lachgas zu 6 % zum anthropogenen (menschlich verursachten) treibhauseffekt bei (kohlendioxid 60 %, methan 20 %). lachgas ist 298-fach treibhaus-wirksamer als kohlendioxid.

die wichtigste lachgas-quelle ist der abbau von stickstoffverbindungen im boden. staunässe fördert die lachgas-emission. lachgas entsteht, wenn ein enzym daran gehindert wird, es in elementaren stickstoff aufzuspalten. da die n-dünger eher rückläufig sind, ist zumindest mit keiner steigerung der lachgas-emission aus düngung zu rechnen.

auffällig ansteigend sind die lachgas-emissionen zb. bei katalysatoren, die stickoxide aufspalten.
auch maßnahmen zur senkung der stickoxid-emissionen in verbrennungsprozessen führen zu einer zum teil erheblichen zunahme der lachgas-emissionen.

vortrag in steinakirchen am forst

rund 60 besucher folgten am 6.11.2014 in steinakirchen am forst dem vortrag "alles bio - oder was?". herr hochholzer vom örtlichen kbw trat gemeinsam mit einer bauernorganisation als veranstalter auf. im anschluss wurden säfte und moste eines örtlichen biobauern verkostet. insgesamt eine gut gelungene veranstaltung.

besonders viele biobauern waren unter den teilnehmern, die den vortrag sehr kritisch verfolgten. hier kommt das prinzip bio-realo und bio-fundi gut zum vorschein. der bio-realo ist eher der nach realen biolösungen suchende, dem bewusst ist, dass bio vor- und nachteile hat. der bio-fundi agiert eher ideologisch bis fundamentalistisch und hat fallweise das problem, andere sichtweisen eben als andere sichtweise zu akzeptieren.

ein paar inhaltliche fragen sind noch offen. wer sind die hauptverursacher von lachgas? welche rolle spielt dabei mineraldünger? wie entwickelt sich der mineraldünger-verbrauch in den letzten jahrzehnten? die antworten folgen in den nächsten posts.

Dienstag, 27. Mai 2014

lampert im standard

in der aktuellen ausgabe des standard findet sich ein interview mit werner lampert, dem begründer von "ja natürlich" und "zurück zum ursprung".

auf der seite von "publica austria" konnte ich mir einige kommentare nicht verkneifen. lesen sie selbst ...


was ist eigentlich in der usa in der landwirtschaft zu 100 % industrialisiert? die betriebe sind tendentiell größer. es gibt aber genug kleine wie bei uns. den bauern stehen mehr möglichkeiten zur verfügung. aber im endeffekt waschen sie genauso mit wasser wie die bauern in europa.
 
auch konventionelle bauern wissen, dass sie nur von gesunden tieren, die sich wohlfühlen, gute milchleistungen erwarten können. denen ist gesunder boden genauso wichtig wie den bios.
 
natürlich ist ein hausgartenbesitzer, der jahr für jahr seine samen selbst nachzieht, nur händisch arbeitet, mit rasenmulch düngt, um vieles energie-effizienter als der bauer auf dem angrenzenden feld, der mit einem traktor das feld bearbeitet und mit einem mähdrescher seine ernte einfährt.
 
von der ideologie her ist der lampert weltmeister. bei bio ist alles super, leiwand und bestens. aber nur bei seinem bio. die konvis sind giftig, böse und schlecht. könnte es sein, dass die thematik aus einer bestimmten denkrichtung ideologisch missbraucht wird? zb. um bestimmte produkte einer bestimmten firma besser zu verkaufen.
  
die landwirtschaft verbraucht süsswasser, zb. zur beregnung von ackerflächen. das verregnete wasser wird von den pflanzen verdunstet und wieder zu regen, und zuletzt wieder zu - süsswasser. eine wirkliche bedrohung für den süsswasserkreislauf.


die landwirtschaft ist nicht unbedingt der größte co2-emittent, aber zumindest der stärkste co2-binder. wer sonst entzieht der luft co2, um sie in form von biomasse zu speichern? im idealfall wird der anteil org. substanz im boden erhöht. pro % mehr humus im boden werden 70 bis 90 tonnen co2 pro ha gebunden. am längsten geschieht das bei forstkulturen. da kann der bindungszyklus bis zu 100 jahre dauern.
 
ich würde gerne einen bauern kennenlernen, der mit propylenglykol seine milchleistung steigert. könnts ma da weiterhelfen?

Mittwoch, 30. April 2014

vorbild cuba

im zuge der diskussion beim vortrag "alles bio" hat ein teilnehmer berichtet, dass cuba weltweit das land mit dem höchsten anteil an organischem landbau ist. durch den zusammenbruch der sowjetunion brach auch die versorgung mit treibstoffen und agrarchemikalien zusammen. notgedrungen musste auf methoden zurückgegriffen werden, die mit möglichst wenig treibstoff und import-rohstoffen auskommen.

hintergrund der meldung ist die frage: "ist es möglich, die welt biologisch zu ernähren?"

im vergleich zu österreich ist die bevölkerungsdichte ähnlich mit ca.100 einwohner pro quadratkilometer.
das land ist überwiegend flach und hügelig, der anteil an nicht oder sehr schwer nutzbaren flächen ist eher gering. etwa die hälfte der nutzbaren ackerfläche auf cuba liegt brach. 84 % der lebensmittel müssen importiert werden. die zuckerproduktion sank von 9 mio tonnen (1987) auf 1 mio tonnen (2010). zucker musste zuletzt importiert werden.

unter der annahme, dass ein land genauso viel ackerfläche zur verfügung hat wie österreich, ausschließlich biologisch wirtschaftet und eine durchschnittlich 100-%-ige versorgung mit lebensmitteln erreicht, hielte ich die behauptung "bio kann die welt ernähren" für zutreffend. cuba ist mit erheblich mehr acker-reserven und mit 16 % eigenversorgung kein beweis für die o.a. behauptung.

quelle: wikipedia

Sonntag, 13. April 2014

bio in gefahr

die derzeit größten bedrohungen für die bio-bewegung sind meiner meinung:

1. die qualität konventioneller produkte steigt aufgrund von rückstandsreduktionsprogrammen und strengerer auflagen relativ rasch. es wird immer schwieriger für bio, sich von konvis positiv zu unterscheiden.

2. bio-kritische literatur. in den letzten jahren wurde einiges an literatur veröffentlicht, die sich kritisch bis fast ketzerisch mit dem thema bio auseinander setzt. da sind auch werke durchaus anerkannter wissenschaftler wie zb. udo pollmer dabei. die "alles-bio, alles-super"-welt kann so nicht mehr aufrecht erhalten werden.

3. erfolgreiche biomethoden werden auch von konventionellen angewendet. im obstbau wird teilweise jedes zweite bio-behandlungs-verfahren bereits auch von den konvis genutzt. zb. die verwirrung, der einsatz von öl, madex, schwefel und kupfer.

4. das analyse-dilemma. durch die massiv genauer werdenden analysemethoden werden alte pflanzenschutzmittel auch bei bio-produkten nachgewiesen. das untergräbt die behauptung, bio-produkte seien frei von pflnzenschutzmittelrückständen. eine thematik, mit der sich die bioszene auseinandersetzen muss.

 

bio-realos und bio-fundis

in einigen diskussionen ist mir bewusst geworden, dass es in der bioszene auf bauernseite wie auf verbraucherseite bio-realos und bio-fundis gibt.

bio-fundis haben einen gewissen hang zu verschwörungstheorien und verfolgungsängsten. sie halten ihre lehre und überzeugung für die einzig richtige. eine differenzierte betrachtungsweise ist unmöglich. der umgang mit bio nimmt fast religiöse formen an. eine gewisse neigung, andere menschen zu missionieren, ist vorhanden.

der bio-realo hat ein differenzierteres weltbild. er geht davon aus, dass bio-produkte wirklich besser, gesünder und umweltverträglicher sind als konventionelle produkte. er kauft aber nicht immer bio. steht er vor der wahl, ägyptische bio-erdäpfel oder österreichische aus integrierter erzeugung zu kaufen, greift er auch manchmal zu den österreichischen. auch nimmt er nicht jeden bio-preisaufschlag in kauf. der bio-realo nimmt auch negative aspekte bei bio wahr. 

das thema "bio-fundi / bio-realo" wird in den vortrag "alles bio" in hinkunft aufgenommen.

vortrags-bewertung

beim erstauftrag des vortrages "alles bio - oder ws?" für das kbw wurden die zuhörer um ihre rückmeldungen via fragebögen gebeten. die rückmeldungen waren überwiegend gut und sehr gut. die umstände waren jedoch nicht einfach.

das thema wurde erstmals öffentlich in einem vortrag bearbeitet. am vortrag holte ich mir eine verkühlung, die am tag des vortrags zu fieber führte, das bis zum abend verschwand. die stimme war sehr heiser und fast eine zumutung für die zuhörer. die bewertung der hörbarkeit war trotzdem gut. auch die länge von 2 stunden wurde als nicht zu lang bewertet.

auch biobauern waren anwesend und hatten sichtlich mit einer differenzierten betrachtung von bio und konventionell ein problem.

überraschend viele auswärtige besucher waren zum vortrag gekommen. der weitest angereiste gast kam aus persenbeug. die mehrmalige bewerbung in der nön hat sich hier sicher bewehrt.


insgesamt bin ich mit dem ergebnis zufrieden. mit ca. 30 besuchern war es der best besuchte vortrag im abgelaufenen winterhalbjahr. verbesserungsbedarf ist immer gegeben. die faktensammlung wird weiterhin fortgesetzt. der ideenfluss ist nach wie vor vorhanden.