Freitag, 25. Januar 2019

ökofaschistische tendenzen

vor kurzem hatte ich wieder einmal die gelegenheit, in einer nö. kleinstadt einen vortrag zum thema "alles bio oder wie?" zu halten. der vortrag war gut besucht. es waren auffällig viele anhänger der grünen und tierschutz- wie öko-affine zuhörer anwesend.

auffällig war, dass in dieser stadt offensichtlich bereits spürbare ökofaschistische tendenzen wahrnehmbar sind. andere abweichende meinungen werden von vielen nicht mehr akzeptiert. wissenschaftliche erkenntnisse werden einfach ignoriert, wenn sie nicht ins eigene weltbild passen. allgemein gültige rechtliche bestimmungen werden nicht anerkannt oder akzeptiert. menschen werden abgelehnt und ausgegrenzt, weil sie nicht die "richtige" meinung haben. das gilt vermutlich auch für die kinder konventionell arbeitender bauern. sippenhaftung ist ja nicht so schlimm, wenn sie von öko-religiösen fanatikern praktiziert wird.

solche denk- und verhaltensmuster sind eine akute gefahr für die demokratie und eine offene gesellschaft.

blogtitel geändert

da das parallel zum blog das buch "alles bio oder wie?" veröffentlicht wurde, hab ich auch den blogtitel auf "alles bio oder wie?" geändert. die blogadresse bleibt unverändert https://alles-bio.blogspot,com. neu ist die mailadresse alles-bio@aon.at.

Samstag, 19. Januar 2019

Buch erschienen

am 14.1.2019 ist endlich das buch "alles bio oder wie?" erschienen. es ist bereits bei morawa und thalia gelistet und lieferbar. bei amazon findet es sich schon in der liste, ist aber noch nicht bestellbar.

buchfoto folgt in kürze!

Donnerstag, 22. November 2018

weltagrarbericht

beim letzten vortrag hat ein teilnehmer behauptet, laut weltagrarbericht würde 80 % der lebensmittelproduktion von kleinbauern mit weniger als 1 ha erbracht. in der ausgabe 18/2018 der zeitschrift "landwirt" finden sich im leitartikel von hans meister interessante daten aus dem weltagrarbericht dazu.

40 % der weltbevölkerung lebt von der landwirtschaft.

weltweit gibt es 537 millionen höfe. 83 % der höfe bewirtschaften weniger als 2 ha. 97 % der höfe bewirtschaften weniger als 10 ha.

kleinbauern bewirtschaften ca. 60 % der weltweiten ackerflächen. in asien und afrika produzieren sie ca. 80 % der lebensmittel.

die behauptung, weltweit würden 80 % der lebensmittelerzeugung von betrieben mit weniger als 1 ha erbracht, ist laut weltagrarbericht nicht bestätigt oder einfach gesagt falsch.



Samstag, 3. November 2018

militante biobauern

was mir kürzlich wieder mal bei einem vortrag aufgefallen ist, war eine gruppe militanter biobauern. so eine mischung aus verschwörungstheoretikern, weltuntergangsfanatikern, öko-schauermärchenerzählern, die nur ihr eigenes weltbild zulassen, weil andere meinungen ihr lügengebäude zusammenfallen lassen könnte. mit argumenten sind diese leute nicht erreichbar. und nach weiteren daten, fakten und quellen befragt bekommt man keine antwort. sie haben immer recht und alles andere ist falsch. mit besonderer vorliebe plappern sie die lügengeschichten der öko-spendenmafia nach. sie werden deswegen aber nicht wahrer.

die militanten biobauern machen nur wenige prozent der biobauern aus. die meisten sind mit vernünftigen argumenten erreichbar. die meisten wissen, dass auch bio seine schattenseiten hat. aber das müssen sie ja nicht jedem auf die nase binden. die meisten arbeiten ehrlich und bemüht, wie viele konventionelle bauern auch.

Dienstag, 13. Oktober 2015

familie mustermann

kennen sie familie mustermann?

familie mustermann (vater, mutter, sohn, tochter und oma) - nicht zu verwechseln mit der familie putz vom xxxlutz - macht eine woche wellness-urlaub. während des urlaubes besuchen sie einen vortrag über gesunde ernährung. total begeistert stellen sie ihre ernährung um. es gibt nur mehr vollkorn-produkte, obst, gemüse, rohkost, milch und alles was gesund und teuer ist.

nach einer woche total gesunder ernährung macht sich ein ungutes gefühl in der familie breit. nach drei wochen ist es nicht mehr zum aushalten. schmerzen, durchfall, blähungen und alle möglichen zustände wurden zum normalzustand. ein arzt wird konsultiert, der dann eine schreckliche diagnose stellt: familie mustermann leidet an den folgen gesunder ernährung.

vater mustermann hat sich eine schmerzhafte dickdarmentzündung eingefangen, die idr. von vollkornprodukten verursacht wird. es ist bekannt, dass etwa ein drittel der vollkorn-esser mit chronischen dickdarmentzündungen konfrontiert sind.

mutter mustermann hat eine glutenunverträglichkeit, die merkte sie bisher kaum, weil sie selten brot und andere getriedeprodukte aß.

sohn mustermann hat eine laktose-intoleranz. früher mied er milchprodukte instinktiv.

tochter mustermann verträgt fruchtzucker nicht. vermutlich deshalb isst sie wenig obst und das meist noch im unreifen zustand. ein apfel ab und zu mal war kein problem, aber das ganze glas apfelsaft war wohl zu viel.

auch oma mustermann hat verdauungsstörungen, hauptsächlich beim konsum von rohkost. deshalb hat sie früher obst und gemüse gerne gedünstet. zerknirscht nimmt sie zur kenntnis, dass sie regelmässige rohkost nicht verträgt.

was will uns das beispiel der familie mustermann zeigen?

wir brauchen ernährungswunderwuzzis, die uns erklären, was für uns gesund ist. dabei kennen uns die gar nicht. inwieweit ist uns das gefühl abhanden gekommen, dass wir selbst spüren, was uns gut tut? bedenklich ist, dass solche anerzogene ernährungsnormen nicht nur befindlichkeitsstörungen, sondern auch durchaus lebensbedrohliche zustände verursachen können. magersucht, ess-fress-sucht, anorexia, ...

denken sie dran, wenn sie morgen den nächsten ernährungspapst in den medien hören, wie er seine ernährungsreligion zelebriert ...

Donnerstag, 18. Dezember 2014

weisszucker nicht chemisch gebleicht

auf die anfrage, ob weißzucker chemisch gebleicht werde, erhielt ich von di leopold pilsbacher von der ages eine konkrete antwort:

Sehr geehrter Herr Kreimel,

genau genommen kristallisiert Zucker eigentlich in Form von farblosen Kristallen aus und erscheint nur durch die Art der Lichtbrechung als weiß, aber in einfacher Form kann man sagen, dass Zucker als weiße Kristalle bei der Produktion anfällt.


Unten ist ein Schema der Zuckerherstellung zu sehen. Es erfolgt im Lauf der Herstellung keine Bleichung des Zuckers (ist auch nicht erforderlich). Die Kalkung (in der oberen Zeile rechts) ist dazu da, um Nichtzuckerstoffe aus der Extraktionslösung auszufällen und abzutrennen, dieser Schritt hat aber mit einer "Bleichung" keinen Zusammenhang.


Ich habe nur in sehr alten Literaturstellen (etwa 1895) gelesen, dass damals sogenannter Kolonialzucker (grobkörniger Rohzucker, wahrscheinlich aber Rohrzucker, der etwas anders als Rübenzucker hergestellt wird) durch Durchleiten von schwefeliger Säure zu einem großen Teil entfärbt wurde. Aus der Zeit um 1905 gibt es Berichte über die Entfärbung von Melasselösungen mit Hydrosulfiten, aber auch das wurde nicht eingesetzt bzw. hat es sich nicht durchgesetzt.


Das Bleichen von Zucker ist eine Geschichte, die immer wieder auftaucht, ähnlich wie Blut in der Schokolade. Man kann nur immer wieder versuchen, die Herstellung von Zucker zu erklären und darauf hinzuweisen, dass die weiße Farbe von Zucker einen natürlichen Grund hat und nicht auf einer "Bleichung" beruht.


Sollten Sie noch Fragen dazu haben, bitte ich um eine kurze Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Ing. Leopold Pilsbacher


AGES Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Geschäftsfeld Lebensmittelsicherheit
Institut für Lebensmittelsicherheit Linz
Abteilung Lebensmittelanalytik
Fachgruppe Nährstoffanalytik